Vernässung dägimoos

Das Naturschutzgebiet Dägimoos in Wangen an der Aare liegt in einer abflusslosen Geländesenke am Südfuss des Gensbergs. Ein lehmiger bis toniger Untergrund und eine 30 bis 50 Zentimeter mächtige organische Bodenschicht sorgen natürlicherweise für Staunässe und zeitweilige Überflutungen. Dadurch konnte sich ein heute selten gewordener Erlenbruchwald entwickeln.

In den vergangenen Jahren wurde jedoch ein zunehmender Wasserverlust festgestellt. Hydrologische Untersuchungen zeigten, dass eine vermutlich künstlich angelegte Vertiefung und ein damit verbundenes Grabensystem die stauenden Bodenschichten durchbrechen. Das Wasser versickerte dadurch in tiefer liegende Kies- und Steinschichten. In der Folge trocknete der organische Oberboden zunehmend aus und begann sich zu zersetzen. Mit gezielten Abdichtungsmassnahmen wurde der natürliche Wasserhaushalt der Geländesenke wiederhergestellt und damit der langfristige Erhalt des Erlenbruchwalds unterstützt.

Erfolgsfaktoren / Erfahrungen

  • Ursache des Wasserverlusts untersuchen: Wasserspiegel- und Abflussmessungen sowie Bodensondierungen in den Jahren 2017 und 2018 machten die entscheidende Versickerungsstelle sichtbar.
  • Gezielter Eingriff statt flächiger Terrainveränderung: Abgedichtet wurden nur die künstliche Versickerungsstelle und drei kleinere Bereiche.
  • Natürliche Geländestruktur nutzen: Die bestehende Senke besitzt keinen oberirdischen Abfluss und eignet sich deshalb grundsätzlich gut für den Wasserrückhalt.
  • Stauhöhe klar begrenzen: Der Überlauf auf 458,8 Metern über Meer verhindert einen unkontrollierten Anstieg des Wasserstands.
  • Sicherheitsabstände berücksichtigen: Zur nördlich gelegenen Waldstrasse bleibt ein Freibord von 70 Zentimetern, zum südlichen Feldweg eines von 60 Zentimetern.
  • Unterströmung verhindern: Die Spundwand wurde zusätzlich mit Lehm eingedeckt, damit das Wasser nicht unter der Konstruktion hindurchfliesst.
  • Langlebige Materialien einsetzen: Die verwendeten Spundwandbohlen aus recyceltem Hartvinyl sind auch unter wechselfeuchten Bedingungen beständig. Die erwartete Lebensdauer wird mit mehr als 100 Jahren angegeben.
  • Massnahmen landschaftlich integrieren: Spundwand und Lehmabdichtung wurden mit Aushubmaterial überdeckt und sind nach Abschluss der Arbeiten nicht mehr sichtbar.
  • Boden schonend bearbeiten: Bei den kleineren Lehmverfüllungen wurde der organische Oberboden zuerst abgetragen und anschliessend wieder aufgebracht.
  • Bauzeit sorgfältig wählen: Die Arbeiten sollten bei trockenen Bedingungen im Spätsommer oder Herbst erfolgen, wenn der Wasserstand im Dägimoos am tiefsten ist.
  • Rodungen minimieren: Für die Bauarbeiten und die Zufahrt mussten lediglich vier bis fünf Einzelbäume vorübergehend entfernt werden.
  • Grundeigentümerschaft einbeziehen: Die Umsetzung erfolgte mit Unterstützung der Burgergemeinde Wangen an der Aare als Grundeigentümerin.

Kurzbeschrieb

Zur Wiedervernässung des Dägimooses wurde am westlichen Rand der Geländesenke eine abdichtende Spundwand eingebaut. Sie trennt den Erlenbruchwald hydrologisch von einer rund 60 Quadratmeter grossen Versickerungsstelle und unterbricht das künstlich angelegte Grabensystem. Ein rund 1,8 Meter breiter Überlauf auf einer Höhe von 458,8 Metern über Meer begrenzt den maximalen Wasserstand. Ergänzend wurden drei kleinere Versickerungsstellen mit Lehm abgedichtet. Dadurch bleibt das zufliessende Wasser länger in der natürlichen Geländesenke und vernässt den Erlenbruchwald wieder grossflächiger. Die Massnahmen wurden im Jahr 2020 umgesetzt.

Standort

Naturschutzgebiet Dägimoos, Gemeinde Wangen an der Aare

Stand

  • umgesetzt

Kontakt

Naturaplan AG
Markus
Camastral
Tel. +41 44 260 28 75

Projektpartner

  • Naturaplan AG
  • Amt für Landwirtschaft und Natur des Kantons Bern
  • Burgergemeinde Wangen an der Aare

Kosten und Finanzierung

Projektpläne

Externe Links