Huebhof

Der Huebhof in Zürich-Schwamendingen wird seit 2023 von der Huebhof GmbH bewirtschaftet. Zum Pachtland gehören rund siebzehn Hektaren landwirtschaftliche Fläche am Nordhang vom Zürichberg. Davon sind vier Hektaren Ackerfläche mit durchschnittlich 20 Prozent Neigung. Der lehmige Boden weist einen Humusanteil von 3 bis 3,8 Prozent auf. Teilweise vorhandene Verdichtungen und Pflugsohlen erschweren die Bewirtschaftung: Bei Starkregen kommt es zu Oberflächenabfluss, Verschlämmung und länger anhaltenden Wasserstauungen. In feuchtem Zustand verliert der Boden seine Tragfähigkeit, während er bei Trockenheit hart und schwer bearbeitbar wird.

Mit einem kombinierten Keyline- und Agroforstsystem soll der Wasserhaushalt der Fläche verbessert werden. Retentionslinien verlangsamen den Oberflächenabfluss, verteilen das Regenwasser über den Hang und fördern die Versickerung. Ergänzend sind Obstgehölze und Hecken vorgesehen. Sie sollen den Boden schützen, die Biodiversität auf den produktiv genutzten Flächen erhöhen und zusätzliche Erzeugnisse wie Obst, Beeren und Nüsse ermöglichen.

Die Planung begann im Herbst 2023. Nach mehreren Entwurfsphasen, Standortworkshops und einer Anpassung der Bewirtschaftung wurden die Retentionslinien im Mai 2025 umgesetzt. Die neu angelegten Keyline-Gräben halten Oberflächenabfluss zurück und ermöglichen das langsame Versickern des Regenwassers in die Fläche. Ein Wasserspeicherbecken und die Agroforstpflanzungen sind als weitere Projektschritte vorgesehen.

Erfolgsfaktoren / Erfahrungen

  • Standortbedingungen genau untersuchen: Hangneigung, Bodenart, Humusgehalt, Verdichtungen und bestehende Abflusswege bildeten die Grundlage der Planung.
  • GIS-gestützt planen: Die Modellierung der Geländemorphologie und der Abflusskonzentrationen ermöglichte eine gezielte Linienführung.
  • Bewirtschaftung frühzeitig anpassen: Die neuen Flächeneinteilungen wurden bereits vor der baulichen Umsetzung der Retentionslinien berücksichtigt.
  • Pflanzen standortbezogen auswählen: Ein eigener Workshop diente der Auswahl geeigneter Pflanzen für den dynamischen Agroforst.
  • Produktive Flächen ökologisch aufwerten: Wildobst, Obst, Beeren, Nüsse und Hecken sollen die landwirtschaftliche Produktion ergänzen und gleichzeitig neue Lebensräume schaffen.
  • Bodenfruchtbarkeit langfristig stärken: Ein ausgeglichenerer Luft- und Wasserhaushalt sowie Gehölzwurzeln sollen Bodenstruktur und Bodenfruchtbarkeit verbessern.
  • Mikroklima berücksichtigen: Gehölze können Schatten spenden, Wind brechen und die Verdunstung reduzieren.
  • Wissen weitergeben: Der Austausch zu Wassermanagement und produktiver Landschaftsgestaltung ist ausdrücklich als Projektziel genannt.

Kurzbeschrieb

Als Grundlage für das Keyline-System wurden die Geländemorphologie und die natürlichen Abflusswege mithilfe von GIS-Technik untersucht. Die daraus entwickelten Retentionslinien wurden vor Ort vermessen und ausgesteckt. Ihre Linienführung soll Niederschlagswasser von den Geländemulden zu den Flanken verteilen und verhindern, dass sich der Abfluss an einzelnen Stellen konzentriert. Die neuen Flächeneinteilungen wurden bereits vor dem Bau der Retentionslinien in die Bewirtschaftung integriert. Im Dezember 2024 fand zudem ein Workshop zur standortgerechten Pflanzenwahl für den dynamischen Agroforst statt. Vorgesehen sind Obstgehölze und Hecken, welche die Wasserführung mit Erosionsschutz, Bodenaufbau, Obstproduktion und Biodiversitätsförderung verbinden. Die Umsetzung der Retentionslinien erfolgte im Mai 2025. Die Planung für das Wasserspeicherbecken begann im Oktober 2025, das Baugesuch soll Ende 2026 eingereicht werden. Die Agroforstpflanzungen sollen im November 2026 erfolgen.

Standort

Huebhof, Probsteistrasse 26, 8051 Zürich

Stand

  • in Planung, 
  • umgesetzt

Kontakt

Huebhof
Bettina
Wolfgramm
Tel. +41 79 814 61 01

Projektpartner

  • baumfeldwirtschaft.de

Kosten und Finanzierung

Die Planungskosten wurden von Grün Stadt Zürich übernommen. Die Umsetzung und Bewirtschaftung der Wiesengräben wird durch Landschaftsqualitätsbeiträge des Kantons Zürich finanziert. Die Agroforstpflanzung wird durch die Unterstützung der Stiftung Visio Permacultura ermöglicht.

Projektpläne

Externe Links