Wiedervernässung Eschenbergwald

Der Eschenbergwald bei Winterthur wurde in der Vergangenheit grossflächig entwässert, um die forstliche Bewirtschaftung zu erleichtern. Alte Drainagegräben führten das Wasser rasch ab, ursprünglich feuchte Waldstandorte trockneten aus und verloren einen Teil ihrer natürlichen Speicherfähigkeit. Auch der Steintobelbach wurde vermutlich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts grabenartig ausgebaut und mit behandelten Bahnschwellen befestigt.

Mit zwei aufeinander abgestimmten Teilprojekten bringt Stadtgrün Winterthur das Wasser zurück in den Wald: Alte Entwässerungsgräben werden eingestaut und ein Erlen-Mischwald wiedervernässt. Gleichzeitig wird der Steintobelbach mit künstlichen Biberdämmen aufgewertet und ein ausgetrockneter Waldweiher als Amphibienlaichgebiet wiederhergestellt. Die Massnahmen verbessern den Wasserrückhalt, stärken den Wald gegenüber Trockenperioden und schaffen wertvolle Feuchtlebensräume.

Erfolgsfaktoren / Erfahrungen

  • Entwässerungswirkung rückgängig machen: Statt neue Speicherbecken zu bauen, werden bestehende Drainagegräben eingestaut und natürliche Feuchtstandorte reaktiviert.
  • Mehrere Massnahmen kombinieren: Wiedervernässung, Bachaufwertung und Weihererneuerung ergänzen sich und wirken auf unterschiedliche Abflusssituationen.
  • Lokales Material einsetzen: Holzschnitzel, Äste, Erde aus der Umgebung halten den baulichen Aufwand gering und integrieren die Strukturen in den Wald.
  • Bestehende Lebensräume sichern: Der rund 20 Jahre zuvor angelegte Waldweiher wurde saniert und bleibt als Amphibienlaichgebiet erhalten.
  • Naturnahe Überläufe vorsehen: Der erneuerte Teichüberlauf führt überschüssiges Wasser kontrolliert ab und schützt den Damm vor erneuter Erosion.
  • Handarbeit ermöglicht schonende Umsetzung: Die künstlichen Biberdämme konnten ohne schwere Eingriffe in das Bachbett erstellt werden.
  • Klein anfangen und Erfahrungen sammeln: Stadtgrün Winterthur nutzt die beiden Projekte, um die Wirkung und Umsetzbarkeit des Schwammlandschaft-Konzepts im Stadtwald zu erproben.
  • Fachstellen früh einbeziehen: Planung und Bewilligung wurden mit Revierforst, Fischereiaufsicht und kantonalen Gewässerfachstellen abgestimmt.
  • Wasser und Biodiversität gemeinsam betrachten: Die Massnahmen dienen gleichzeitig der Klimaanpassung, der Wasserregulierung und der Förderung seltener Lebensräume.

Kurzbeschrieb

Die Schwammlandschaft Eschenberg umfasst zwei räumlich getrennte Teilprojekte:

Wiedervernässung des Erlen-Mischwald: Alte Entwässerungsgräben werden mit Holz- und Erdstrukturen eingestaut. Dadurch fliesst das Wasser langsamer ab, verteilt sich wieder stärker im Waldboden und vernässt den ursprünglich feuchten Waldstandort.

Aufwertung des Steintobelbachs: Rund ein Dutzend behandelte Bahnschwellen wurden entfernt und fachgerecht entsorgt. Der Damm und der Überlauf eines ausgetrockneten Waldweihers wurden mit lokalem Erdmaterial und einer Holzspundwand erneuert. Vier künstliche Biberdämme verlangsamen zusätzlich den Wasserabfluss und erhöhen die Strukturvielfalt im Bach.

Stadtgrün Winterthur sammelt mit den Massnahmen erste praktische Erfahrungen mit dem Schwammlandschaft-Konzept im Stadtwald.

Standort

Eschenberg, Stadt Winterthur, Kanton Zürich

Stand

  • umgesetzt

Kontakt

Stadtgrün Winterthur
Michael
Wiesner
Tel. +41 52 267 30 00

Projektpartner

  • Stadtgrün Winterthur
  • Kanton Zürich Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft AWEL
  • Revierforst
  • kantonale Fischereiaufsicht
  • Holinger AG

Kosten und Finanzierung

Die Aufwertung des Steintobelbachs und die Sanierung des Waldweihers wurden vom Kanton Zürich im Rahmen des Programms «Vielfältige Zürcher Gewässer» finanziell unterstützt.