Agrarökologische teiche im parc jura vaudois

Aufgrund der Karstgeologie versickert Wasser im Jura-Massiv besonders rasch, was eine Herausforderung für die lokale Landwirtschaft (insb. Viehzucht) darstellt. Die aufgrund des Klimawandels zunehmende Sommertrockenheit verstärkt das Problem weiter. Nebst der Landwirtschaft leiden auch Flora und Fauna unter dem Verschwinden der Feuchtlebensräume. Darum haben mehrere Alpeigentümer/-innen zusammen mit dem Parc Jura vaudois agrarökologische Teiche angelegt. Diese bestehen aus einem Hauptbecken für das Tränken des Viehs und einem Nebenbecken zur Förderung der Biodiversität und Stärkung des Feuchtgebietsnetzes im Park.

Erfolgsfaktoren / Erfahrungen

  • Die agrarökologischen Teiche im Parc Jura vaudois sind vollständig mit Kies aus der Region bedeckt sowie mit Vegetation im ökologischen Bereich, sehr zum Nutzen vieler Tierarten wie Amphibien, Libellen und Schnecken sowie zur besseren Integration in die Landschaft.
  • Die Teiche haben sich bei der Wasserversorgung bereits bewährt. Sie bieten zahlreichen Arten einen natürlichen Lebensraum. Beobachtet wurden bereits 4 Amphibienarten, darunter die Geburtshelferkröte, 8 Fledermausarten sowie mehrere Libellenarten wie die bedrohte Speer-Azurjungfer.
  • Die Teiche sind eine Win-Win-Situation für Landwirtschaft und Natur.
  • Der Teich fügt sich sehr gut in die Landschaft ein. Die Vegetation an den Ufern und die mineralische Abdeckung verdecken die künstlichen Folien, die zur Abdichtung der Becken verwendet werden.
  • Der Zaun erfüllt zwei Funktionen: Er dient der Verhütung von Unfällen (kein Zugang für Passanten) und verhindert das Eindringen von Vieh oder Grosswild und eine Verunreinigung des Wassers durch dessen Ausscheidungen.
  • Der Teich sollte auf einem hohen Punkt positioniert werden, damit die Viehtränken durch einfache Schwerkraft versorgt werden können. Empfindliche Naturwerte (Sümpfe, trockene Wiesen und Weiden usw.) sollten vermieden werden.
  • Generell entwickelt sich die Vegetation in den Höhenlagen, in denen diese Anlagen errichtet werden (>1’000 m), relativ langsam. Die einzige benötigte Pflegemassnahme ist das manuelle Ausreissen von Pflanzen alle 6 bis 10 Jahre. Dieser Eingriff sollte gezielt auf Schilf, Rohrkolben und andere schnell wachsende Sumpfpflanzen ausgerichtet sein, wobei 10-20% der Fläche als Rückzugsgebiete ohne Eingriff belassen werden sollten.
  • Eine Substratschicht am Teichgrund verbessert die Wasserqualität deutlich. Sie bindet überschüssigen Phosphor, reduziert das Algenwachstum und senkt das Risiko von Blaualgenblüten. Agrarökologische Nutzteiche mit natürlichem Bodensubstrat weisen dadurch eine stabilere und ökologisch wertvollere Wasserqualität auf als Teiche mit freiliegender Abdichtungsfolie.

Kurzbeschrieb

Zwischen 2010 und 2022 legten Alpeigentümerinnen und Alpeigentümer mit Unterstützung des Parc Jura vaudois fünf agrarökologische Teiche an. Jeder Teich besteht aus zwei Becken, die Regenwasser auffangen: Das grössere Hauptbecken dient während der Sömmerungsperiode der Wasserversorgung des Viehs. Das kleinere, aufgrund seiner Form als «Banane» bezeichnete Nebenbecken bietet der lokalen Flora und Fauna einen wertvollen Lebensraum und stärkt die Vernetzung der Feuchtgebiete im Park.

Standort

Arzier-Le Muids, Montricher, Bière (VD)

Stand

  • umgesetzt

Kontakt

Projektpartner

  • Parc Jura
  • Alpeigentümer:innen
  • Info Fauna – karch

Kosten und Finanzierung

Das Budget für die Erstellung eines Hauptbeckens mit einem Rückhaltevermögen von 100 m3 zusammen mit einem ökologischen Nebenbecken von 25 m3 lässt sich wie folgt aufschlüsseln: Bauarbeiten: 25’000 CHF, Abdichtungen: 22’000 CHF, Honorare: 9’000 CHF, Gesamt: 56’000 CHF.

Projektpläne

Externe Links