Hechtenloch und Hunzigenguet

Mit der Revitalisierung von Schwarzbach und Schwandbach entstand in den Gemeinden Rubigen eine naturnahe Gewässer- und Auenlandschaft. Im Mittelpunkt standen die Wiederherstellung natürlicher Gewässerprozesse sowie die ökologische Aufwertung des angrenzenden Naturschutzgebiets Hechtenloch. Durch die Kombination von Bachrevitalisierung, neuen Feuchtgebieten und einer angepassten Wasserführung und einer grossen Biberaktivität, die selbst auf landwirtschaftlich genutzten Flächen toleriert wurde, entstand ein vielfältiges Mosaik aus Gewässern, Flachmooren und extensiven Wiesen mit hoher Bedeutung für die Biodiversität.

Erfolgsfaktoren / Erfahrungen

  • Die Kombination aus Gewässerrevitalisierung, tolerierter Biberaktivität und Feuchtgebietsentwicklung schafft vielfältige Lebensräume auf engem Raum.
  • Auslöser war das ANF und die Grundeigentümerschaft sowie die Chance, dass der im Projekt Gürbe und Selhofen anfallende Humus genutzt werden konnte.
  • Eine gezielte Wasserführung ermöglicht sowohl naturnahe Bachstrukturen als auch dauerhaft nährstoffarme Feuchtgebiete.
  • Durch die Umlegung des Schwarzbachs konnten Hochwasserschutz und ökologische Aufwertung gleichzeitig verbessert werden.
  • Die Offenlegung des Schwandbachs stellt die natürliche Vernetzung der Gewässer wieder her und verbessert die Fischwanderung.
  • Offene Wasserflächen, Pfeifengraswiesen, Kleinseggenriede und Pionierstandorte fördern zahlreiche spezialisierte Tier- und Pflanzenarten.
  • Die langfristige Pflege mit Mahd sowie der Bekämpfung invasiver Neophyten ist entscheidend für den Erhalt der wertvollen Lebensräume.
  • Das Gebiet beherbergt heute unter anderem zahlreiche Amphibien, Libellen sowie Brut- und Zugvögel.

Kurzbeschrieb

Auslöser des Projekts waren ein ungenügender Hochwasserschutz, fehlende Fischdurchgängigkeit sowie die Möglichkeit, private Flächen ökologisch aufzuwerten. Im Hunzigenguet wurde der Schwarzbach 2014 teilweise in seinen ursprünglichen Verlauf zurückverlegt und naturnah gestaltet. Gleichzeitig wurde der Schwandbach auf den letzten rund 500 Metern offengelegt und revitalisiert, bevor er heute wieder in den Schwarzbach mündet.

Die Wasserführung wurde gezielt angepasst: Das nährstoffarme Quellbächli speist weiterhin das Naturschutzgebiet Hechtenloch und sorgt dort für nährstoffarme Standortbedingungen. Zusätzlich entstanden neue Tümpel, Teiche und Flachwasserzonen als Lebensräume für Amphibien, Libellen und weitere wassergebundene Arten.

Bereits 2009 war im Hechtenloch auf ehemaligen Landwirtschaftsflächen eine rund fünf Hektaren grosse Renaturierung umgesetzt worden. Durch den Abtrag des Oberbodens entstanden Gross- und Kleinseggenriede, Pfeifengraswiesen, Pionierstandorte, Hochstaudenfluren sowie unterschiedlich ausgeprägte Flachwasserbereiche. Heute bildet das Gebiet ein nationales Flachmoor von hoher ökologischer Bedeutung.

Standort

Rubingen, Kanton Bern

Stand

  • umgesetzt

Kontakt

ANF Kanton Bern
Franziska
von Lerber
Tel. +41 31 636 14 66

Projektpartner

  • Tiefbauamt des Kantons Bern
  • Abteilung Naturförderung des Kantons Bern (ANF)
  • Gemeinde Rubigen
  • Gemeinde Münsingen
  • Stiftung Aaretal
  • Stiftung Dr. Werner Sidler (Natur Hunziken)

Kosten und Finanzierung