Passive Bewässerung im Grissachmoos

Im Grossen Moos wird auf dem Betrieb von Matthias Schwab erprobt, wie bestehende Drainageleitungen nicht nur zur Entwässerung, sondern auch zur passiven Bewässerung genutzt werden können. Dazu wird die Drainagehauptleitung gezielt eingestaut. Das zurückgehaltene Wasser steigt durch Kapillarkräfte im Boden auf und soll den Kulturpflanzen während trockener Perioden zur Verfügung stehen.

Gleichzeitig sollen tiefer liegende organische Bodenschichten feucht gehalten werden. Dadurch könnten die Oxidation des organischen Materials, der Torfabbau und die damit verbundene Bodensackung gebremst werden. Das System soll ausserdem den Aufwand für die herkömmliche Bewässerung sowie den damit verbundenen Material- und Energieverbrauch reduzieren.

Auf der rund zehn Hektaren grossen Pilotfläche werden zwei Teilgebiete mit unterschiedlichen Einstauhöhen untersucht. Bodenfeuchtesonden und Grundwassermessstellen erfassen, wie sich das Wasser im Boden und im Wurzelraum verteilt. Die Messkampagne begann im Sommer 2025. Erste Ergebnisse wurden im September 2025 ausgewertet; auf dieser Grundlage soll das System in den folgenden Projektjahren weiterentwickelt werden.

Erfolgsfaktoren / Erfahrungen

  • Bestehende Drainagen neu nutzen: Die vorhandene Infrastruktur kann sowohl zur Entwässerung als auch zum Wasserrückhalt eingesetzt werden.
  • Boden und Gelände detailliert erfassen: Höhenlage, Bodentyp und Abstand zwischen Oberfläche und Einstauhöhe beeinflussen die Wirkung wesentlich.
  • Organische Böden schützen: Ein höherer Wasserstand soll tiefer liegende organische Schichten feucht halten und damit Torfabbau und Bodensackung bremsen.
  • Mehrere Messmethoden kombinieren: Grundwasserpegel, Bodenfeuchte in unterschiedlichen Tiefen und Wassergehalt im Wurzelraum werden parallel untersucht.
  • Kuppen und Senken berücksichtigen: Höhenunterschiede innerhalb einer Parzelle führen zu unterschiedlichen Flurabständen und beeinflussen die Wasserversorgung.
  • System schrittweise optimieren: Nach der ersten Messkampagne werden technische und betriebliche Anpassungen für die weiteren Projektjahre vorgenommen.
  • Ertragswirkung untersuchen: Ob und wie stark das System die landwirtschaftlichen Erträge sichert oder erhöht, ist noch nicht abschliessend geklärt.

Kurzbeschrieb

Im Herbst 2024 wurde das Pilotprojekt „Gezieltes Wassermanagement zur passiven Bewässerung“ gestartet. Ziel ist es, das bestehende Entwässerungsnetz durch gezielten Einstau auch zur Bewässerung zu nutzen. Die Bewässerung erfolgt über den natürlichen Wasseraufstieg im Boden und benötigt dadurch weniger Ressourcen als
herkömmliche Methoden. Auf einem Pilotbetrieb wurden dafür zwei elektrische Schieberschächte installiert. Damit soll die Bodenfeuchtigkeit erhöht werden & der Wasserverbrauch reduziert werden. Mit dieser Massnahme werden tieferliegende organische Bodenschichten geschützt.

Für das Pilotprojekt wurden auf den 10ha zunächst Höhen, Bodentypen und bestehende Drainageleitungen aufgenommen. Anschliessend wurde die Fläche in zwei hydrologische Teilgebiete gegliedert. Für Teilgebiet 1 wurde eine Einstaukote von 429,20 Metern über Meer, für Teilgebiet 2 von 429,00 Metern über Meer festgelegt.

Zur technischen Umsetzung wurden eine Einspeiseleitung und zwei Einstauwehre in die Drainagehauptleitungen eingebaut. Das Wasser wird unterirdisch zurückgehalten und soll durch kapillaren Aufstieg bis in den Wurzelraum gelangen. Die Universität Neuenburg misst die Bodenfeuchte in unterschiedlichen Tiefen und die Entwicklung des Grundwasserpegels. Die HAFL untersucht den Bodenwassergehalt im Wurzelraum. Bei der Platzierung der Messstellen wurden Höhenunterschiede innerhalb der Felder – insbesondere Kuppen und Senken – berücksichtigt.

Der Pilotbetrieb umfasst Milchviehhaltung sowie Acker- und Futterbau. Angebaut werden unter anderem Kartoffeln, Süsskartoffeln, Karotten, Getreide und Mais. Daneben führt die Familie ein auf Drainageunterhalt spezialisiertes Lohnunternehmen.

Standort

Wasserhof, 3238 Gals, Kanton Bern

Stand

  • in Umsetzung

Kontakt

Wasserhof
Matthias
Schwab
Tel. +41 76 503 49 80

Projektpartner

  • Schwab Lohnunternehmen
  • Pro Agricultura Seeland
  • Universität Neuenburg
  • Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL
  • Wyss Academy for Nature Kanton Bern
  • ECOPLAN
  • AGRIDEA
  • Hintermann & Weber AG
  • Agrifutura

Kosten und Finanzierung

Projektpläne

Externe Links