Gerbehof
Auf dem Gerbehof in Bibern haben sich die klimabedingten Herausforderungen in den vergangenen Jahren deutlich verstärkt. Bei starken Niederschlägen floss Wasser unkontrolliert über die Felder ab und verursachte Erosion. Während längerer Trockenperioden entstanden dagegen tiefe Risse im Boden. Beide Entwicklungen wirkten sich negativ auf die landwirtschaftlichen Erträge aus. Zuvor umgesetzte Massnahmen wie Grünstreifen innerhalb der Kulturen und Buntbrachen zeigten nur eine begrenzte Wirkung.
Als neuer Ansatz wurde deshalb für die gesamte Betriebsfläche ein Keyline-Design in Verbindung mit Agroforst geplant. Die Keylines sollen das Niederschlagswasser auffangen, seine Fliessgeschwindigkeit reduzieren und es gleichmässiger über die Fläche verteilen. Entlang der Retentionslinien werden Bäume und Sträucher gepflanzt. Das System verbindet damit den Wasserrückhalt mit landwirtschaftlicher Produktion, Biodiversitätsförderung und einer Diversifikation des Betriebs.
Ergänzend stellt der Betrieb seinen Maschineneinsatz um. Dauerhaft begrünte Fahrspuren und 1,5 Meter breite Beete trennen die befahrenen Bereiche von den Kulturflächen. Dadurch sollen Bodenverdichtungen vermieden, das Bodenleben gefördert und die Erosionsanfälligkeit weiter reduziert werden.
Erfolgsfaktoren / Erfahrungen
- Gesamten Betrieb einbeziehen: Das Agroforst-Keyline-Design wurde nicht für eine einzelne Fläche, sondern konsequent für die gesamte Betriebsfläche geplant.
- Wasserrückhalt und Agroforst verbinden: Die Retentionslinien dienen zugleich als Standorte für Bäume und Sträucher.
- Gehölze vielfältig nutzen: Energieholz, Wertholz, Obst, Beeren, Nüsse, Kastanien und Futterhecken übernehmen unterschiedliche betriebliche und ökologische Funktionen.
- Erfahrungen mit schnell wachsenden Arten sammeln: Energieholzarten sollen bereits nach kurzer Zeit Hinweise darauf geben, wie sich Baumreihen auf angrenzende landwirtschaftliche Flächen auswirken.
- Produktion diversifizieren: Die Gehölzpflanzungen schaffen zusätzliche Produkte und sollen die regionale Wertschöpfung stärken.
- Mikroklima verbessern: Die Kombination aus Wasserrückhalt und Gehölzen soll ausgeglichenere Bedingungen für Pflanzen und Tiere schaffen.
- Befahrene und kultivierte Bereiche trennen: Dauerhafte Fahrspuren verhindern, dass die Beete mit landwirtschaftlichen Maschinen befahren und verdichtet werden.
- Fahrspuren dauerhaft begrünen: Die begrünten Bereiche bieten Bodenorganismen und Insekten auch dann Lebensraum, wenn die Kulturbeete vorübergehend nicht bewachsen sind.
- Durchhaltevermögen zeigen: Trotz mehrere Einsprachen gegen das öffentlich aufgelegte Baugesuch für die Keylines und Agroforst blieb der Gerbehof dran.
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@Gerbehof -

Keyline mit Agroforst @DinoMeier -

Keyline im Bau @ChristophHauert -

Keyline im Winter @Gerbehof -

Permanente Fahrspuren in Dinkel im Beetanbau (rechts) @ChristophHauert -

Keyline gefüllt mit Wasser @Gerbehof -

Maschine für schonende Bodenbearbeitung
Kurzbeschrieb
Standort
Stand
- in Planung,
- umgesetzt
Kontakt
Projektpartner
- Baumfeldwirtschaft GmbH
Kosten und Finanzierung
Das Projekt wird finanziell getragen durch:
- Eigenleistungen des Gerbehofs
- Visio Permacultura
- Silvo Cultura
- MyClimate
- Adapt+
- MJPL Kanton Solothurn
- Fond Landschaft Schweiz
Projektpläne
Externe Links